Terra Preta – das schwarze Gold des Amazonas zur Bereicherung des Waldgarten

Terra Preta – das schwarze Gold vom Amazonas zur Bereicherung des Waldgarten

Die Schwarzerde des Amazonas, oder auch Terra Preta, ist ein von Menschen gemachter fruchtbarer Boden. Hohe Niederschläge haben über Jahrtausende zur Auswaschung der Nährstoffe aus dem Boden geführt. Die ganze Fruchtbarkeit steckt in den Bäumen der tropischen Regenwälder, entfernt man diese sind die Böden nur kurze Zeit mit Feldfrüchten bewirtschaftbar.

So haben sich vor mehreren tausend Jahren die Bewohner des Amazonas das hohe Speichervermögen von Holzkohle zu Nutze gemacht. Im 16. Jahrhundert wurde von Städten über 100.000 Einwohner berichtet, doch dürften von Konquistatoren eingeschleppte Krankheiten zur Ausrottung dieser Menschen beigetragen haben. Der Urwald holte sich die Flächen zurück und die Berichte gerieten in Vergessenheit, bis Untersuchungen der Böden im 19. Jahrhundert und Forschungen seit Mitte des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden.

Es wurden Flächen in der Größe von ein paar Hektar bis hunderten Hektar festgestellt, bei denen der Anteil des pyrogenen Kohlenstoffes bei 10 bis 40% liegt. Auf Grund zahlreicher Tonscherbenfunde gibt es unter anderem die Theorie, dass Ackerbau betreibende Einwohner wie die Tupi-Indianer, alle organischen Abfälle wie Speisereste, verdorbenes Obst und Gemüse, Knochen, Muscheln und auch Exkremente gemeinsam mit Holzkohlenstaub in großen Tontöpfen mit Deckel verkompostiert haben. Der Holzkohlestaub wurde zugegeben, um unangenehmen Geruch in der tropischen Hitze zu binden.

Die große poröse Oberfläche von fein gemahlenem Holzkohlenstaub ermöglicht das Ansiedeln von Pilzen und Mikroorganismen und so auch die Bindung von Nährstoffen und Feuchtigkeit. Durch Pyrolyse wird Holz verkohlt und so schwer mikrobiell abbaubar, was dazu führte, dass solche Böden teilweise meterhoch aufgebaut wurden und noch immer fruchtbar sind. So konnte bei zunehmender Bevölkerung auch die Bodenfruchtbarkeit zulegen und mehrere Millionen Menschen ernährt werden.

Holzkohlenstaub ist vielseitig einsetzbar, bei der Kompostierung von organischen Abfällen oder in der Landwirtschaft, als Zusatz zur Einstreu im Kuhstall, in der Güllegrube, in Komposttoiletten und vielen weiteren Anwendungen. Mittlerweile wird auch Terra-Preta industriell hergestellt, um in Zukunft mehr CO2 im Boden speichern zu können.

Terra Preta bedeutet sehr gute Wasser- und Nährstoffaufnahme und Speicherung. Es wird ein ideales Milieu für Makro- und aerobe Mikroorganismen geschaffen infolge kommt es zu einer besseren Bodendurchlüftung. Terra Preta schützt unser Grundwasser vor Nährstoff- und Toxineintrag und schützt das Klima durch Reduzierung von Methan- und Lachgasemissionen. Nicht zuletzt wird der Humusaufbau gefördert und die Erträge im Garten und am Feld erhöht.

Ideal ist beim Einsatz von Terra Preta auch eine ausdauernde Bodenkultur in Form eines Waldgarten, so wie traditionell die Bauern des Amazonas ihre Flächen bewirtschaftet haben. Grundsätzlich soll Boden nie offen der Witterung ausgesetzt sein, gerade auch beim Einsatz von Terra Preta sollten die Böden gut gemulcht sein.

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