Permakultur-Projektreise Jänner 2017

Erstmalig kam ich mit meinem Waldgarten-Freund und Tansania Experten Franz Hörmanseder im Jahr 2009 nach Ostafrika. Seit unserem ersten Aufenthalt bringen wir Kleinbauern die Ideen der Permakultur nahe. Unser erster gemeinsamer Anlaufpunkt war der Bauer und Bienenforscher Aloyce Massawe in Umbwe Onana / Moshi, wir besuchen ihn seit damals und tauschen uns mit ihm aus. Wir haben vor Ort einen Permakultur-Designkurs organisiert, mehrere Permakultur-Trainings selbst abgehalten und in Zusammenarbeit mit Dr. Peter Feleshi, dem Präsidenten von ANAMED Tanzania zwei Naturheilkundetrainings abgehalten. Weiters gab es noch einen Ledergerb-Workshop, Steinmetz-Workshop und einen Pilzzuchtworkshop. Aloyce Massawe ist selbst sehr innovativ, er hat selbst eine Biogasanlage für den anfallenden Kuhdung gebaut und hat seit unserem ersten Aufenthalt von 20 Bienenstöcken der Stachellosen Honigbiene, auf 150 Beuten aufgestockt.

Beim Permakultur-Designkurs, weiteren Permakultur-Trainings und den ANAMED-Trainings in Umbwe Onana, nahmen auch immer zwei alte Freunde von Franz Hörmanseder aus Chumwi am Victoria See teil. 2013 besuchten wir die beiden bei ihren Familien zu Hause in Chumwi. Nach einem Besuch von Franz auf La Palma bei Martina einer bekannten Biobananen-Bäurin, ergab sich eine Kooperation auf zwei Jahre ausgelegt, mit der Biobauernvereinigung von La Palma. Sie wollten unsere Projektarbeit in Tansania unterstützen. So kam es, dass wir die Gelegenheit hatten, bei unseren Freunden und ehemaligen Kursteilnehmern „nachzuarbeiten“! Erstmalig organisierten wir in Zusammenarbeit mit den Menschen von Chumwi und Dr. Peter Feleshi im Jahr 2016 ein ANAMED – und ein Permakultur-Training. Dieses Jahr wollten wir vertiefen und auch einiges Praktische machen.

Planung ist das halbe Leben bei so einer Reise – so habe ich bereits die Taxifahrt vom Kilimanjaro Airport, über die Bank zum Beheben von Tanzanischen Schilling zum Busbahnhof vom Zug aus, Wels – Wien, organisiert. Unser alter Freund Geoffrey, Taxifahrer in Arusha hat uns abgeholt und gewartet bis wir im richtigen Bus nach Karatu waren. Mein Sohn Julian, der mich schon zwei Reisen zuvor begleitet hat und ich, kennen ja schon die Situation auf dem Busbahnhof in Arush, jeder ist auf der Suche ein kleines Geschäft zu machen, das Problem ist – alle verkaufen das Gleich! Es ist laut, es ist dreckig, die Sonne knallt erbarmungslos runter und die verschiedensten Gerüche mischen sich. Nach über zwei Stunden Fahrzeit erreichten wir den Busbahnhof von Karatu – Busbahnhof ist in Tansania meist nur ein mit wilden Geschäftsbuden eingekreister, staubiger Platz ohne Schatten. Unser Gepäck schafften wir zu einer dieser Geschäftsbuden, wo wir den Staub unsere Kehle runterspühlten, während wir auf unseren Freund Richard Njuga warteten.

Die nächsten beiden Tage, verbrachten wir mit Richard in Karatu. Wir suchten sein Grundstück auf, eine Fläche von ungefähr 1.200 m², wo er bereits ein Haus errichten ließ – etwas kleiner als ursprünglich geplant, aber gut so! Da schon lange kein Regen mehr gefallen war und alle auf Regen hofften, kümmerten wir uns um das Wassermanagement: Wir leiteten Wassergräben von der Straße auf sein Grundstück und überzogen dieses mit waagrechten Retensionsgräben, so dass beim nächsten Regen das Regenwasser auf sein Grunstück geleitet, verteilt und zum Versickern gebracht wird. Am Rückweg hatten wir Gelegenheit von der Straße verschiedene Agroforstsysteme zu begutachten, welche ebenfalls für den Regen und die Aussaat vorbereitet waren. Richard habe ich 2012 über Facebook kennengelernt, er hatte Fotos vom Bau einer Kochstelle bei einem Permakultur-Designkurs in Sri Lanka, welchen ich im Oktober 2012 gehalten hatte, gesehen und mehrere davon in Karatu nachgebaut. Bei unserem ersten Besuch 2013 haben wir ihn mit ANAMED in verbindung gebracht, er besuchte in Folge zwei Trainings die wir sponserten. Jetzt ist er zweiter Vorsitzender von ANAMED Tanzania und hat zwei Shops, in Karatu und Arushaa, wo er seine Produkte wie Ingwerpulver, Moringapulver oder Artemisiatee verkauft. Zwischen Karatu und Arusha hat er auch viel Patienten, welche er unteranderen mit diesen Produkten behandelt.

Am 4. Tag unserer Reise mussten wir früh aufbrechen, um an der Kreuzung in Makuyuni den Bus in Richtung Singida / Mwanza zu erwischen. Spät Abends erreichten wir unser Tagesziel – Mwanza am Victoria See, eine Stadt mit 3 Mio. Einwohnern, die man nicht gesehen haben muss … Da wir am nächsten Tag vom Busbahnhof auf der anderen Seite der Stadt zu starten hatten, fuhren wir gleich noch mit dem Taxi dort hin und bezogen eine Hotel nahe dem Busbahnhof. Wir hoffen Chumwi zeitig zu erreichen, doch der Bus fuhr mit uns über Musoma und dann erst nach Chumwi, so erreichten wir am zweiten Tag unserer Anreise erst am Nachmittag das Dorf und kamen gerade noch zum Abschluss des ANAMED Trainings mit Dr. Feleshi zurecht. Da gerade am Victoria See ein Goldrausch ausgebrochen war, gab es im Guesthouse keinen Platz für uns und wir bezogen Quartier bei unseren Freunden Sebastian Lugheti, seiner Frau Pendo und unzähligen Kindern. Das schöne in Chumwi ist, wenn die Sonne untergeht, ist es finster! So sammeln sich alle um die Kochstelle, wo im Feuerschein gegessen wird.

Chumwi ist mehr oder weniger eine Streusiedlung zwischen Straße und Viktoria See, ohne wirkliche attraktive Höhepunkte ausser der wunderbaren Sicht auf den schier endlosen See. Die Menschen von Chumwi sind sehr nette und herzliche Zeitgenossen, die es auch verstehen bei der Arbeit hart anzupacken. Schon früh, als arabische Slavenhändler das Land durchzogen, wurde das Kunsthandwerk und vor allem auch die Schmiedekunst der Machita zerstört. Seit einigen Jahrzehnten kommt noch erschwerend dazu, dass die zweite Regenzeit im Jahr ausbleibt. Franz kannte von seinem dreijährigen Aufenthalt Menschen und Gegend sehr gut, leider konnten wir bei unserem ersten gemeinsamen Besuch im Jahr 2013 nur wenig Fortschritte nach der Teilnahme beim Permakultur-Designkurs im Jahr 2010 in Umbwe Onana erkennen, doch unser diesjähriger Besuch überraschte uns sehr positiv! Wir sahen viele Bäume, welche trotz lange anhaltender Trockenheit betreut wurden und sehr gut dastehen, lediglich im Schulgarten gab es große Ausfälle. Problem sind immer freilaufende Ziegen und Kühe und nicht zuletzt auch die Schulferien. Eine Teilnehmerin vom Training 2016 hatte sogar gemeinsam mit ihrem Mann in Eigenregie selbst eine Baumschule mit 7 verschiedenen Arten angelegt, darunter Papaya – wir kauften für die Teilnehmer des Trainings 2017 die 50 Setzlinge von ihr.

Auch Sebastian hat in diesem Jahr gemeinsam mit seiner Frau Pendo viel erreicht. Sie haben sehr erfolgreich mehrere Gärten direkt am See angeleg, wie ich ihnen geraten habe, wenn das Wasser nicht zu ihnen kommt, dann müssen sie zum Wasser kommen. Sie konnten mir eine sehr gute Zwiebelernte zeigen und hatten die Flächen bereits wieder neu bestellt. Mindestens zwei mal am Tag gehen sie 2 km zum Viktoria See um Wasser zu holen, beide male werden die Gärten am See kontrolliert und händisch bewässert. Oben im Dorf ist es auf Grund der Trockenheit nahezu unmöglich noch irgendetwas zu ziehen. Zum einen Glück wurden vor einigen Jahren Bäume gepflanzt, so sitzen sie jetzt im Schatten, doch leider sind es Bäume für Holzproduktion ohne eßbare Früchte. Unser langjähriger Gönner hatte uns für sein Projekt in Kenia Teleskopbaumscheren mitgegeben, eine war auch für Chumwi bestimmt. Gleich nach unserer Tour durch den Ort, zeigte ich Sebastian die Handhabung und Vorzüge dieser Baumschere.

Am Tag des Herrn, beschlossen wir Pendo – Sebastians Frau, die Feuerstelle neu zu bauen. Das Problem der Feuerstellen ist meist nicht nur, dass in holzarmen Gegenden zu viel Feuerholz gebraucht wird, sondern auch dass die Frauen die Leidtragenden sind, da sie mitten im Rauch kochen. Die neue Feuerstelle sollte drei Kochstellen und einen Kamin bekommen. Zuerst wurde die alte Feuerstelle vorsichtig abgetragen, da wir brauchbare Ziegel wiederverwenden wollten, dann wurde mit Töpfen das Design des Ofens simmuliert. Mit reichlich Kuhdung, Lehm und Heu mischten wir unseren Mörtel ab und schaffen auf der Herdstelle eine plane Oberfläche. Mit Ziegeln errichteten wir einen L-Förmigen Kanal, auf welchem die Feuerstellen zu finden sein sollten, das Ende soll in den zu mauernden Kamin münden. Beim Aufmauern des Kamins war uns Mohamed, ein Freund der Familie und Kursteilnehmer der ANAMED- und Permakultur-Trainings sehr hilfreich – er gilt als „Fundi“, was Experte oder Lehrer bedeutet, also ein professioneller Maurer. Nach dem Hochzien des Kamins wurden die einzelnen Feuerstellen mit reichlich Mörtel an die Form der Töpfe angepasst. Bevor die so neu entstandene Herdstelle benutzt werden kann, muss sie erst ein paar Tage trocknen.

Am Folgetag war eine Exkursion mit den Kursteilnehmern an verschiedene Orte im Dorf geplant. Zwei Tage zuvor sind wir in einer kleinen Gruppe, mit Sebastian und Dr. Feleshi die Strecke abgegangen und wir fanden zahlreiche gute Beispiele wie Alleycropping, Agroforst, Chinampas udgl., die es lohnten, den Workshopteilnehmern zu zeigen und mit ihnen darüber zu diskutieren. Am Beispiel des Rohbaues von Sebastian und Pendos neuem Haus am See, konnten wir den Leuten die Möglichkeit Komposttoiletten in das Haus einzubauen näherbringen. Der Wunsch vom letzten Jahr war es ja auch einen Prototyp einer Komposttoilette zu bauen. Nach unserer weitläufigen Exkursion gab es beim Communitycenter Mitagessen für alle. Im Anschluss diskutierten wir darüber, wo wir eine Komposttoilette errichten und einen Chinampa anlegen könnten. Chinampas sind mehr oder weniger Hügelbeete, welche im feuten Sumpf aufgehäuft werden, dabei entstehen Gräben um das Hügelbeet in denen Wasserpflanzen und Fische gezogen werden können. Chinampas können aus einer Mischung von ein- und mehrjährigen Kulturen bepflanzt werden.

Ich befürchtete eigentlich, dass sich niemand für unser Unternehmen freiwillig melden würde, natürlich wusste ich, dass notfalls Sebastian seine Farm zur Verfügung stellen würde, doch beide Projekte fanden viel Zuspruch und wir mussten die Leute darüber abstimmen lassen bei wem welches Projekt realisiert werden sollte. Nach dem Noela Ziegel für das Kompostkloprojekt bereitstellen konnte viel das Projek ihr zu und der Chinampa sollte bei Steve angelegt werden. Da wir bei unserem Rundgang zuvor noch zwei große, lecke Wassertanks beim Lagerhaus entdeckten, teilte ich Julian und einen Teil der Workshopteilnehmer dazu ein, die Tanks von Unrat und Mauerbrocken zu reinigen, damit das genaue Ausmaß des Schadens erkennbar war. In der Zwischenzeit machte ich mich mit Dr. Feleshi zu den Workshopplätzen und wir diskkutieren die Möglichkeiten vor Ort.

Für die nächsten zwei Tage trennten wir die Teilnehmer in zwei Gruppen auf, Julian übernahm mit Dr. Feleshi als Übersetzer die Komposttoilettenbaustelle und ich übernahm mit dem Agriculturewardcommisionar Mr. Manga als Übersetzer den Chinampa. Mr. Manga zeichnete sich wieder einmal durch seine tatkräftige Unterstützung aus – ich versprach ihm an Präsident Magufuli zu schreiben, er solle ihn zum Minister of Permaculture ernennen! Beim Mittagessen und am Abend trafen wir wieder mit den anderen Teilnehmern aufeinander und besprachen die jeweiligen Baufortschritte. Am späten Nachmittag unseres dritten Kurstages bepflanzten wir den Chinampa mit Bananenstauden, Papaya, Zitronengras und in den Graben kam Taro. Beide Projekte konnten fertiggestellt werden und wir diskutierten ihre Funktion und Auswirkung.

Noch vor der Zertifikatsverleihung wurde diskutiert, wie mit den lecken Wassertanks verfahrenwerden kann, mit den Spendengeldern stellten wir noch die Reparatur, bezahlung der Arbeiter und des Materials sicher. Im Anschluss an die Zertifikatsverleihung folgten noch Dankesreden von Sebastian Lugheti, welcher für Anamed- und Permakultur-Training im Dorf verantwortlich war. Eine Rede folgte auch von Agriculture Wardcommisioner Eliwangu Mwanga und zu guter Letzt musste ich natürlich auch noch eine Rede halten. Ich teilte ihnen mit, wie es mich freute, dass doch viele der Bäume die wir im Jahr zuvor kauften, die lange Trockenzeit durch die Betreuung überstanden hatten. Da es schon finster wurde und alle zu ihren Familien nach Hause wollten, hielt ich mich natürlich kurz. Wie üblich wurde noch im Feuerschein unser Abendessen, frischer Fisch aus dem Victoria See, mit Ugali gekocht.

Der 19. Jänner sollte wieder ein anstrengender Reisetag werden. Wir brachen in Begleitung unserer Freunde Sebastian Lugheti, Eliwangu Mwanga und Peter Feleshi zur Bushaltestelle auf. Wir mussten auch nicht lange auf den Bus warten, in Musoma wechselten wir auf einen größeren Linienbus der uns in die Nähe des Grenzüberganges von Sirare brachte, das letzte Stück legten wir mit einem Taxi zurück. Nach den Grenzformalitäten, suchten wir rasch das Weite, da gerade eine Wahlkampfveranstaltung angesetzt war und wir da nicht irgendwo dazwischen kommen wollten. Mit dem Sammeltaxi ging es nach Migori, wo wir uns mit Milicent Attieno und Ihrem Bruder Peter trafen, gemeinsam ging die Reise weiter nach Sori zu ihren Eltern nach Hause. Gleich am nächsten Morgen besuchten wir ein Wiederaufforstungsprojekt, doch zuvor waren wir noch in der lokalen Schule um ihre Baumpflanzungen zu begutachten. Grundlegendes Problem in der Region sind die Freilaufenden Weidetiere – Ziegen, Schafe, Esel und Kühe laufen unter tags frei und ohne Hirten im ganzen Dorf herum und grasen alles ab was irgendwie verdaulich ist. Die meisten Grundstücke sind zwar mit einer Hecke aus Euphorbia eingefasst, doch oft lückrig und so richten die freilaufenden Tiere überall große Schäden an. Traditionell sind die nilotischen Luo ein nomadisierendes Hirtenvolk, wurden aber in ihrer neuen Heimat Kenia zu Fischern und Ackerbauern.

Beim Wiederaufforstungsprojek im Dorf wurden wir mit dem Mittagessen von den dorfältesten Männern empfangen, im Anschluss wurden uns die Baumpflanzungen gezeigt. Meine Aufgabe war es, den zwei Betreuerinnen und anderen Interessierten zu Zeigen wie man die Bäume richtig aufastet und auf den Stock setzt, so dass sie nach der Ernte wieder neu austreiben und allgemein durch die Betreuung eine bessere Qualität und somit auch einen besseren Verkaufserlös erzielen können. Zur Verabschiedung mussten wir nochmals essen, dieses mal mit den dorfältesten Frauen. Die Rückreise nach Sori gestaltete sich etwas schwierig, da es in der Region nicht wirklich einen öffentlichen Verkehr gibt, sondern alles über Sammeltaxi mit Auto oder Motorrad läuft. Mit dem Motorrad erreichten wir das nächst größere Dorf, wo wir dann auf ein Auto bis Sori umstiegen, die letzten Kilometer bis zuhause ging es dann wieder mit dem Motorrad.

Am darauffolgenden Tag schulten wir den Bruder von Milicent in der Handhabung des A-Frame ein. Der hölzerne Rahmen in Form eines A, mit einem Lot dient zur Geländevermessung. Gemeinsam suchten wir nach der optimalen Position für Wasserretensionsgräben welche in der Regenzeit Wasser sammeln und versickern sollten. Nachdem die Vermessungsarbeit geschehen war, gingen wir ans Handwerk, wir hoben mit afikanischen Feldhauen mehrere Gräben auf Geländekontur aus. Talseitig wurde der Aushub zu einem Damm angehäuft. Bis am Nachmittag hatten wir das Grundstück mit den Gräben überzogen und mit Steinen Furthe durch die Gräben gebaut. Am Abend besuchten wir noch den Pfarrer der lokalen Missionsstation, er zeigte uns die angeschlossene Landwirtschaft und eine Baumschule welche unterstützt wird.

Sonntag der 22. Jänner war wieder Reisetag. Wir fuhren mit dem Überlandreisebus nach Narok, dort wechselten wir auf ein Sammeltaxi und fuhren eineinhalb Stunden in die Missionsstation von Ololkirikirai ins kenianische Hochland – eine der ärgsten Straßen überhaupt auf unserer ganzen Reise! Wir wollten uns nach meinem ersten Besuch 2013 wieder einmal den Arbeitsplatz von Millicent ansehen. Der ganze Süden von Kenia kämpft mit der Trockenheit, so auch das Hochland, wenn gleich es hier noch sehr grün ausschaut. Wir wurden vom Pfarrer empfangen und von Schwester Maria aus Kerala / Indien mit Chicken Masalla verpflegt. Am Abend wurde noch der Geburtstag eines Priesters gefeiert, wir waren natürlich dazu eingeladen, es war eine sehr herzliche und lustige Feier.

Unser Besuch in Kenia wehrte nicht lange, denn wir wollten noch unseren alten Freund Aloyce Massawe nahe Moshi / Tansania besuchen, so setzten wir unsere Reise am nächsten Morgen fort. Zuerst mit Sammeltaxi, dann mit einem Überlandbus durch den afrikanischen Grabenbruch, durch das Riftvalley nach Nairobi. Hier angekommen wechselten wir auf einen Kleinbus an die Grenze, welche wir bei einbruch der Nacht erreichten. Nachdem wieder die Grenzformalitäten bei Loitokitok erledigt waren, nahmen wir uns auf der tansanischen Seite in Tarakea ein Hotel von wo aus es am nächsten morgen weitergehen sollte. Am Vormittag umfuhren wir den Kilimanjaro und erreichten um die Mittagszeit Moshi, wo wir sogleich auch auf einen wieder einmal überbesetzten Kleinbus nach Umbwe umstiegen. Dort angekommen wechselten wir auf ein Bikibiki – ein Motorradtaxi. Mitlerweile wissen schon alle Fahrer wer Aloyce – „Dallas“ ist, nicht nur das man wird gleich gefragt ob man zu Dallas will! Dallas deshalb, weil Aloyce beruflich in Dallas Texas zu tun hatte und sich nebenbei ein wenig Geld verdienen konnte, mit welchem er ein Haus an der Straße baute. An der Giebelwand hat er zum Dank den Namen Dallas angebracht, dieser Name wurde von der Bevölkerung auf ihn übertragen. Nach einem sehr herzlichen Besuch bei alten Freunden wurden wir am 25. Jänner von Simon Mtuy zu meinem Permakultur-Seminar in Moshi abgeholt. Simon, Touroperator auf und um den Kilimanjaro ist seit einem Permakultur-Training in Arusha in der Karama Lodge im Jahr 2014 mit mir, ein begeisteter Permakultur-Aktivist. Während unseres Trainings waren wir in der sehr schönen Lodge „More than a Drop“ untergebracht.

Nach einer sehr abwechslungsreichen 2.300 km langen Reise mit größten Teils öffentlichen Verkehrsmittel, traten wir am Sonntag den 29. Jänner nach drei Wochen Aufenthalt wieder die Heimreise nach Österreich an. Fazit der Reise ist, dass es wichtig ist, die Kursteilnehmer vor Ort auch in ihren Dörfern zu besuchen, um sie dort zu unterstützen, dann geht am meisten weiter – wir sind motiviert wieder ein andermal nachh Tansania und Kenia zu reisen!

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